Human Potential Movement ("Bewegung für das menschliche Potential")
Aus den Umwälzugen der 68er-Bewegung entwickelte sich zu Beginn der 70er-Jahre das Human Potential Movement. In dieser "Bewegung für das menschliche Potential" wurden eine Reihe von Psychotherapien, psychologischen Schulen und Zentren durch Selbsterfahrungsgruppen und durch das sogenannte Sensititvitätstraining geprägt. Ziel war es, alle Möglichkeiten des Menschen, insbesondere seines Bewußtseins auszuloten und zu erforschen. Das Human Potentail Movement legt besonderen Wert auf persönliche Weiterentwicklung. Durch die Lösung von emotionalen und kreativen Begrenzungen soll der Weg zur Entfaltung des menschlichen Potentials vorbereitet werden.
Aus
dem Human Potential Movement entwickelten sich viele neue therapeutische Techniken
wie Gestalttherapie, Bioenergetik, humanistische und transpersonale Psychologie.
Die Gestalttherapie wurde von Fritz Perls (1893-1971) - deutscher Psychoanalytiker, der zeitweilig mit Reich und Freud zusammenarbeitete - begründet. Perls entwickelte die Methode am Esalen-Institut in Kalifornien und im Gestaltkibbuz in Kalifornien am Lake Chochiwan in British Kolumbien. Die Gestalttherapie will dem Menschen Selbsterkenntnis, Befriedigung und Selbstständigkeit verschaffen. Das Methodenspektrum umfaßt Gruppentherapie, Psychodrama, Meditation, Körpertherapie, u.a.
Die Bioenergetik geht auf die Arbeiten des deutschen Psychologen Wilhelm Reich (1879-1957) zurück. Entwickelt und begründet wurde das psychotherapeutische Verfahren von Alexander Lowen und John Pierrakos. Man geht von der Annahme aus, daß ein großer Teil der Lebensenergie (Organ) beim Menschen zum Schutz und Abwehr gegen die Umwelt eingesetzt wird. Dies führe zur Panzerung und zu seelischen und körperlichen Spannungen. Um diese Energieblockaden aufzulösen, versucht man mit Hilfe der energetischen Prozesse im Körper und der Körpersprache die Psyche zu beeinflussen. Dies geschieht durch verschiedene Atem-, Haltungs- und Bewegungsübungen sowie mit der direkter manueller Intervention in Kombination mit Psychtherapie.
Die Grundlagen der humanistischen Psychologie legten C. G. Jung, R. Assagioli (1888-1974) und Albaham Maslow (1908-1976). Ziel dieser Richtung ist die Selbstverwirklichung des Menschen, dessen Persönlichkeit vollentwickelt werden soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf GANZHEITLICHEN Persönlichkeitsentfaltung. Man bedient sich daher auch östlicher spiritueller Techniken wie Meditation, etc.
Die transpersonale Psychologie - auch spirituelle oder transzendentale Psychologie genannt - wurde von Roberto Assagioli (1888-1976) und Albaham Maslow (1908-1976) begründet. Transpersonal bedeutet hier: "über das Ich des Menschen mit seinen existentiellen Problemen hinaus". Man geht von drei Ebenen des Bewußtseins aus:
Die transpersonale Psychologie verwendet auch spirituelle Techniken wie Meditation und Yoga. Sie übergeht nicht die psychologischen Probleme des Individuums, zeigt aber auf, daß man seine Aufmerksamkeit besonders auf die dritte Ebene des Bewußtseins (Geist) richten sollte. Stanislav Grof (geboren 1931) ist der führende Vertreter der transpersonalen Psychologie. Er erkannte u. a. den Nutzen der psychedelischen Drogen (LSD) bei der Erforschung von Bewußtseinsveränderungen (Literaturemphehlung: Stanislav Grof: Das Abenteuer des Selbstentdeckung - Heilung durch veränderte Bewußtseinszustände, 1987)
Einer der führenden Köpfe im Human Potential Movement ist Paul Lowe, 1933 in England geboren. Zu seinen wichtigsten Entdeckungen gehört, daß im bedingungslosen und wachen Präsentsein im Hier und Jetzt genau die gerade angemessene Veränderung geschieht. (Literaturemphehlung: Paul Lowe: Du Selbst Sein, Verlag Marco Aldinger)
In Deutschland ist das Synergetische Therapiezentrum Kamala ein wichtiger Treffpunkt des Human Potential Movement gewesen. Viele der internationalen Therapeuten dieser Richtung haben im Kamala ihrer Seminare abgehalten. Inzwischen hat das Synergetische Therapiezentrum den Tagungshausbetrieb eingestellt und nutzt die bestehenden Räumlichkeiten nur noch für eigene Ausbildungsgruppen zum neuen Beruf des Synergetik Therapeuten und Therapieaufenthalte.
In den letzten 25 Jahren
des letzten Jahrhunderts
entwickelte sich aus diesen Tendenzen ein unüberschaubarer Psychomarkt.
Er bereitete den etablierten Kirchen und staatlichen Institutionen und weiten
Bereiche der Öffentlichkeit regelrecht Angst und Unbehagen. Daher wurde
vom deutschen Bundestag im Sommer 1996 beschlossen eine Enpuete-Kommission "Sogenannte
Sekten und Psychogruppen" einzuberufen. Es gab dazu einige Petitionen mit
bis zu 40.000 Unterschrifte. Zu diesem Klima hatten auch Extremdarstellungen
der Boulevarepresse beigetragen.
"Die Enquete-Kommission
sog. Sekten- und Psychogruppen hat in ihrem 1998 veröffentlichten Endbericht
festgestellt, dass in den letzten 20 Jahren in Deutschland ein vollkommen unübersichtlicher
„Psychomarkt" entstanden sei, auf dem die unterschiedlichsten Dienstleistungen
angeboten würden: Angebote für Heilung bei psychischen oder
psychosomatischen Störungen, Bewältigung von Lebenskrisen, Veränderung
der Lebenssituation, Verbesserung der geistig-seelischen Fähigkeiten, Steigerung
der Durchsetzungsfähigkeit oder Konfliktbewältigung und Selbstbehauptung,
Persönlichkeitstrainings der betrieblichen Personalentwicklungsarbeit.
Die Enquete-Kommission
hat die Dienstleistungen unter dem Begriff „Lebensbewältigungshilfe"
zusammengefasst.
Weiter hat sie festgestellt, dass auf diesem Markt ca. 1.000 Methoden, Techniken
und Verfahren angewandt werden. Dies sei für die Kunden völlig intransparent,
allerdings seinen nur ein Teil der Gruppen konfliktträchtig und daß
keine verallgemeinerbaren Aussagen über das Gesamtspektrum neuer religiöser
und ideologischer Gemeinschaften und Psychogruppen getroffen werden können.
Als Konsequenz dieses Sachverhalts hat sich die Enquete-Kommission entschlossen,
den pauschalen und damit auch stigmatisierenden Begriff der "Sekte"
nicht mehr zu verwenden.
" Als wesentliches Ergebnis der Arbeit der Enquete-Kommission ist ... festzuhalten,
daß der Einzelne kein "passives Opfer" ist, sondern aktiv den
Verlauf seiner Mitgliedschaft gestaltet. Dieser Aspekt ist bislang in der öffentlichen
Diskussion zu wenig berücksichtigt worden. Die Kommission empfiehlt die
Einführung einer gesetzlichen Regelung für die staatliche Förderung
privater Beratungs- und Informationsstellen.
Der Bayerische Ministerpräsident hat am 22.Sept. 2003 den Entwurf eine Psychovertragsgesetzes in den Bundesrat eingebracht, indem nicht die Lebenshilfe, sondern der Inhalt der Verträge als Verbraucherschutzgesetz geregelt wird.
Im Synergetik Therapie Institut wird schon seit mehreren Jahren ein weitergehendes jederzeitigens Rücktrittsrecht praktiziert. Die Selbstbestimmung ist ein oberstes Prinzip der individuellen Entwicklung. Der Gesetzesentwurf wurde im Okt. 2004 im Bundesrat durch die Mehrheit von ROT-GRÜN ersatzlos gestrichen.
Zu dem Gesetzentwurf: Bitte hier klicken.
Synergetik Therapeuten fallen unter das Lebensbewältigungshilfe-Gesetz und nicht unter das HP-Gesetz - mittlerweise überholt! Synergetik Therapeuten und Profiler haben einen eigenen Berufsstatus.
Das Lebensbewältigungshilfegesetz wurde in der Zwischenzeit
verworfen. Der Bundesrat hat es ersatzlos gestrichen. Die Synergetik Therapeuten
fallen weiterhin nicht unter das HP-Gesetz, denn das OVG Lüneburg hat den
Berufssatatus gemäß GG §12 bestätigt.
Damit dürfen Synergetik Therapeuten mit synergetischen Innenweltreisen
auch weiterhin Heilung bei Krankheiten durchführen, da sie ein entsprechendes
Merkblatt zur Unterschiedung zum Heilpraktiker dem Klienten vor der Dienstleistung
einsehen und unterschreiben lassen. Siehe Heilpraktikergesetz.de
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